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BLEIBENDE SCHÄDEN HOSSA MEIN KLEINES LEBEN - Rezensionen zur aktuellen CD (AUSZÜGE) VÖ: 04.07.2005 (CapitolEastRoadRecords/codeXpress) - zur Homepage: www.theschaeden.de
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ELEKTROLURCH: ... und im Ganzen ist das dann ein tolles Album mit tiefgründigen Texten geworden, das große Beachtung verdient hätte.
OX: Käme Mark Everett aus Troisdorf bei Köln, hätte er nicht die EELS gegründet, sondern wäre wohl bei den BLEIBENDEN SCHÄDEN seiner Arbeit nachgegangen, großartige Texte in wunderbare Musik zu packen. …. Ganz groß und ihresgleichen suchend sind vor allem diese Texte. … Es spricht mir aus dem Herzen!
CRAZEWIRE: Das Album hat alles was man sich wünscht. Ein Hauch Melancholie, ein wenig Poppunk, Ausflüge in andere Musikrichtungen oder besser gesagt Anlehnugen an andere Musikrichtungen, ohne sich bereits an abgenutzten Gedanken und deren Umschreibungen mit und den dazu passenden Melodien zu vergreifen. Eigen, sehr eigen, aber hörenswert gut. „Ich mag Hunde mit Charakter, besonders spitze haben Mut, die sich nicht von jedem anfassen lassen, solche Hunde find ich gut“ (Alte Schlampen). Diese Umschreibung trifft auch auf Bleibende Schäden zu. Zum Schluss soll noch die beste Textzeile der gesamten Platte gekürt werden: „ Du willst mit mir heut Tanzen gehen, doch mir ist mehr nach Kurt Cobain“!
GÄSTELISTE: "Hossa" ist das späte Albumdebüt dieser sympathischen Schädlinge, und hat trotz konsequenter Billigstproduktion einen so überzeugenden wie wiedererkennbaren Sound - und den hat die Band auch. Während man sich Nummern wie "Ein seltsames Gefühl" auch noch auf WDR2 vorstellen könnte (wären da nicht diese wunderbar respektlosen, abgedrehten Texte?), fallen einem spätestens ab dem federnd groovenden Instant-Anti-Hit "Alte Schlampen" wonnevolle Parallelen zu den besten Phasen von Beck und den Eels (die wohl nur gute hatten und haben) auf. Ausserdem sind des Gitarristen Jens Streiflings Beiträge an diversen Blasinstrumenten spontan kultverdächtig. Vielleicht würden die Scherben (nach denen sich die Schäden erkennbar modelliert haben) mit anderem Sänger heute so klingen wie diese spannende Band aus dem Bonner Umland.
INMUSIC: Die Bleibenden Schäden sind zwar schon seit 2 Jahrzehnten in der Szene aktiv (lange Zeit als Agitpunkband "Gesocks), waren aus Kostengründen in Sachen CD-Veröffentlichung aber eher sparsam. Genauso wie beim Studioequipment, mit dem sie diese Platte aufgenommen haben: Billiggitarre, Kaufhauskeyboards, ein einziger Amp plus 20 Watt Transistorverstärker für gerade mal 100 EUR. Um so erstaunlicher, welch' fetter Sound einem beim Hören der Platte entgegenschlägt. Dazu gibt's aussagekräftige Texte, die insbesondere Ton Steine Scherben Fans gefallen dürften. Ja, so einfach kann es oftmals sein, gute und ehrliche Musik zu machen und dabei auch noch 'ne Message rüberzubringen.
CD STARTS: Bleibende Schaeden sind weder eine witzlose Comedytruppe, noch untalentiert rumpelnde Punkrocker. Das Trio bewegt sich vielmehr äußerst stilsicher im erweiterten Deutschrock-Kreis, weit weg von „Hamburger Schule“ und anderen etablierten Acts. Diesen positiven Umstand darf man wohl Jens Streifling auf die Fahne schreiben, der dem Album als Strippenzieher und Multiinstrumentalist deutlich seinen Stempel aufdrückt. Auch wenn er es nicht gerne hören mag, die Zeit bei Wolfgang Niedeckens Bap scheint dem Ex-Gitarristen der DDR-Kultband Zebra viel Erfahrung in Sachen Produktionstechnik eingebracht zu haben. Zudem weisen die neun Tracks (plus Bonus-Dub-Edit von „Alte Schlampen“) eine vielschichtige Instrumentierung auf, die ein ums andere Mal Reminiszenzen an den großen Mark Oliver Everett (Eels) herausschimmern lässt („Ein seltsames Gefühl“, „Hey kleiner Augenblick“). Daraus ergibt sich ein überraschend gutes Album, auf das sich aufgrund der im Intro genanten Facts überhaupt nicht schließen ließ. Doch jetzt wisst ihr es! Bleibende Schaeden sorgen nicht für Selbige, sondern für bleibende Höreindrücke.
VOICE OF CULTURE: Die BLEIBENDEN SCHÄDEN, die aus der mir ebenso unbekannten Band GESOCKS entstanden ist, haben eine wirklich gute Linie gefunden trotz ruhiger Elemente ordentlich abzurocken. Einige werden das hier vielleicht als Studentenmucke bezeichnen. Nichtsdestotrotz macht mir das Hören der Platte sehr viel Spaß. Vielleicht liegt es an den persönlichen Texten oder der minimalistische Musik (die trotzdem sehr fett rüberkommt).
SOUTHSPACE: Musikalisch gibt's ne Mischung aus Eels und Beck, und da der Texter schon seit je her Fan der legendären Ton Steine Scherben ist, soll sich dieser Umstand wohl auch prägend auf dieses mir nun vorliegende Werk ausgewirkt haben. Quasi: wenn schon deutsch, dann wenigstens gut! Ein nettes Scheibchen jedenfalls und für jeden, der aufgeschlossen ist für deutschsprachigen Rockpop uneingeschränkt zu empfehlen.
BLUEPRINT: Manchmal wundert man sich nicht mehr über skurrile Bandnamen und schon gar nicht über grenzdebile Albentitel. Was erwartet einen hier also? Punkrock? Oder Ohrenschmalz à la BRITNEY SPEARS? Beides kann durchaus bleibende Schäden verursachen. Doch alles nur Finte, alles nur Scherz! BLEIBENDE SCHÄDEN meinen es bei allem Humor ernst. ... Mit Hand, mit Fuß und wenn mir irgendein Vergleich einfällt, dann vielleicht der zum rockigen STOPPOK. Die Band hätte sich aber auch einfach DIE PRÄSIDENTEN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND nennen können ;-) Kaum zu glauben jedenfalls, dass hier drei Herren mit Einfachstmitteln ein kompaktes Album mit wuchtigem Klangbild geschaffen haben, das jede Menge Spaß bringt. Dietmar Schmeil erzählt Geschichten in allerbester Songwritermanier. Seine Texte spiegeln dabei seine Verehrung für die SCHERBEN wider. Man hört einfach gerne zu, die Musik bleibt immer beschwingt und wirkt unverkrampft und unverbraucht. ... „Alte Schlampen“ ist ein Hit und „Elenores Haus“ müßte an sich längst in jedem Radioprogramm rotieren, ach was, in jeder Top-5 gelistet sein.
GIGDEALER: Ein bißchen EELS, ein wenig Beck, einfach Musik für jedermann. Minimalistische Sounds und poetisch-proletarische Texte malen in jedem Song ein eigenes Bild. Die bleibenden Schäden bringen ihre Gefühle auf den Punkt. Fazit: Ein Topalbum mit Spassgarantie und hohem Tanzfaktor.
NOISY NEIGHBOURS: Die BLEIBENDE(n) SCHAEDEN sind so ein Phänomen, an dem popkultureller Wandel symbolisch ablesbar wird. Man macht eben gerade in deutsch. Deutsch ist Trend und Trend sellt. Ach herrje. Aber… die Schublade bleibt zu. Denn wo andere fleißig die eh unerreichbaren Kettcar kopieren oder wieder andere auf den Jahreszeitenzug aufspringen und Monde silbern färben, machen die SCHAEDEN das komplette Gegenteil. Sie machen deutschem Pop Beine. Ja, man könnte sogar sagen, sie sind Madsen für die Großen. Für die, die viel gesehen haben, die beobachten, die dem DJ so einige Memento-Mori-Momente entlocken. Praktisch zwischen jedem Track die Ansage des Pultmannes: Bedenke, dass du sterben musst.“ Nur eben so unglaublich unkompliziert. Zwischen „Alten Schlampen“ und „Mehr nach Kurt Cobain“ zum Beispiel bemerkt selbst der Letzte die hintergründige Könnerschaft der Herren Gottesfurcht, Goliath und Streifling. Sinnbildlich dafür dies: „Die Lichter gehen aus. Wir sind allein auf dieser Welt, irgendwie ist jeder fremd und schläft in seinem letzten Hemd.“ Das klingt weise und erwachsen und irgendwie nach auch nach dem nächsten Bier. Und nach stundenlangem Hören bleibt mir nun noch eines: die BLEIBENDE(n) SCHAEDEN haben ihn gefunden, den deutschen Ausdruck jenseits von Rockphrasen und Oberschüler-Wort-Geknatter und das ist gut so. Verdammt gut!
BONNAPARTE: "Hossa mein kleines Leben" - was passiert ist, ist passiert: Kurt Cobain hat sich ins Nirvana geschossen, Pavement gibt es nicht mehr, Ween sind zu überdreht, der überaus talentierte Beck verzettelt sich laufend. Willkommen BLEIBENDE SCHÄDEN! Denn was passiert, wenn die Meister des "White Trash" verschwenderischer mit Ideen und Melodie umgehen als jeder andere der oben genannten? Was passiert, wenn minimalistische Soundästhethik sich paart mit einem überaus wuchtigen, sehr direktem Sound? Wir wissen es nicht. Aber ist es nicht schön, wenn einen Ratlosigkeit glücklich macht?
RANTATA/PUNKSTELLE: Ich kann sie schon wieder mosern und meckern hören, die Musikpolizisten mit dem unvermeindlichen Gral in der Tasche, dass die Troisdorfer Band BLEIBENDE SCHÄDEN auf den ach so angesagten Deutschrock-Zug aufgesprungen sei, die Erfolg versprechenden Blaupausen der Kettcars und der Madsens geklaut habe. Doch diese Damen und Herren wissen eben nicht, dass die Songs auf "Hossa Mein Kleines Leben", die anfang Juli diesen Jahres auf Capitol East Road Records/codeXpress erscheinen werden, zum Teil zehn Jahre alt sind - mithin sind die SCHÄDEN, um im Bild zu bleiben, eher der Zug selbst denn dessen blinde Passagiere - hoffentlich merkt's einer. Mit Hilfe des Ex-BAP-Gitarristen Jens Streifling, der auch die Gitarren zur Platte beisteuerte und im übrigens dafür gesorgt hat, dass das hier nicht die Bohne nach BAP klingt, ist den drei Jungs aus der idyllischen Kleinstadt zwischen Köln und Bonn ein ganz wunderbares Kleinod gelungen.
HIGH AND WASTED: Was kommt wohl dabei raus, wenn man heutzutage auf jegliche hochmoderne Technik verzichtet und mit allerbilligstem Equipment ein Album aufnimmt? Vielleicht kann uns diese CD diese Frage beantworten und vielleicht kann sie uns diesbezüglich sogar etwas überraschen?! Dieses Album befindet sich irgendwo zwischen Beck, den Eels und Ton Steine Scherben .... Ganz und gar nicht roh oder billig klingt diese CD und so paart sich minimalistische Soundästhethik mit einem doch recht wuchtigen, direkten Sound. Ruhig und voll aus dem Leben gegriffen kommen die Stücke auf "Hossa mein kleines Leben" daher und lassen dadurch äußerst viel Raum zum Nachdenken und In-Sich-Gehen.